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Freitag, November 11, 2005

Versunkene Stadt - Golf von Cambay


Vor der indischen Küste im Golf von Cambay wurde 2001 eine versunkene Stadt entdeckt. Nach ersten Untersuchungen ist die Stadt 9500 Jahre alt. Das ist eine ungeheure Entdeckung, denn danach muß die gesamte Geschichte der bekannten Menschheitsevolution neu geschrieben werden. Die von Mitarbeitern des Indischen Instituts für Meerestechnik (NIOT) entdeckte Stadt liegt etwa 30 km westlich des indischen Bundesstaates Gujarat im Golf von Cambay. Wegen der extremen Gezeitenströmungen in dieser Gegend konnten anfangs nur hochaufgelöste Sonarbilder des Meeresbodens angefertigt werden. Anschließend geborgene Fundstücke setzten Archäologen auf der gesamten Welt in Erstaunen. Man fand menschliche Knochen, Steinwerkzeuge, Keramikscherben und Bruchstücke von Skulpturen. Mit der Radiocarbonmethode wurde an einem Holzteil festgestellt, daß dieses Fundstück 9500 Jahre alt ist, was bedeutet, daß die versunkene Stadt gegen Ende der letzten Eiszeit existiert haben muß.

Der indische Minister für Meerestechnik hat angekündigt, daß jetzt Taucher zu der versunkenen Stadt geschickt werden sollen. Im übrigen soll das ganze Projekt unter indischer Kontrolle bleiben, denn man fürchtet wohl die historischen Verdrehungen der stark unter britischer Kontrolle stehenden Archäologie, die wegen der Implikationen für die Entwicklung der Menschheit nur ungern die Existenz einer so alten Kultur zugeben würde. Mit 9500 Jahren ist die Stadt um 5000 Jahre älter als die sumerische Zivilisation, älter als die ägyptische und die chinesische Kultur, was natürlich unser Bild von der Entwicklung der städtischen Zivilisation auf dieser Erde radikal ändern würde.

Sollte sich herausstellen, daß die Menschen, die in dieser Stadt lebten, vedischen Ursprungs waren, bedeutete dies auch einen radikalen Einschnitt in der indischen Geschichte, die im wesentlichen von westlichen Archäologen geschrieben wurde. Die vedische oder Sanskrit-Kultur ist ein äußerst faszinierender Bereich der menschlichen Entwicklung. Veda heißt Wissen, und alle europäischen Sprachen sind tatsächlich mit dem Sanskrit verwandt. Das bedeutet natürlich auch, daß die europäischen Völker irgendwie aus Indien hervorgegangen sein müssen und sich die europäischen Sprachen dann ins Russische, Englische, Deutsche, Spanische usw. auseinanderentwickelt haben.

Viele europäische Forscher können sich aus bekannten rassistischen Gründen nicht mit dieser Idee anfreunden, denn die vedische Kultur erhielte dadurch eine ganz besondere Schlüsselposition in der Evolution der Menschheit. Die frühen Städte im Industal wie Harappa und Mohendjo-daro wurden als nichtvedisch hingestellt, und sämtliche Archäologen legen gerade darauf eine ganz besondere Betonung. Archäologen wie ein gewisser Richard Meadows behaupten, die vedische Kultur sei vor etwa 3500 Jahren von außen nach Indien gekommen.

Wie paßt das noch mit dem jetzigen Fund zusammen? Die Stadt liegt 36 Meter unter Wasser und hat eine Fläche von 7,5 mal 3,5 km. Sie ist um 5000 Jahre älter als alle anderen bisher entdeckten Städte, daher müssen wir unseren Begriff der Evolution der Menschheit noch einmal ganz von vorn überdenken. Der indische Minister für Meerestechnik sagte, man müsse herausfinden, was mit dieser Zivilisation geschehen und was ihre Bedeutung sei. Aus den Sonarbildern geht hervor, daß die Stadt entlang eines alten Flußlaufs gebaut wurde und viele Gebäude extrem starke Fundamente haben. Eine frühe Stadt dieser Größe war bisher nur aus Mesopotamien bekannt, aber Mesopotamien ist von dort genauso weit entfernt wie wir von den ägyptischen Pyramiden.

Ich finde das äußerst faszinierend. Im Rigveda, einem der frühesten Zeugnisse der beginnenden menschlichen Zivilisation, ist von einem Fluß namens Sarasvati die Rede, der aus dem Himalaja hinab ins Arabische Meer floß und genau durch jene nordwestliche Gegend Indiens verlief, wo jetzt die Stadt gefunden wurde. Bis zum Fund dieser Stadt waren die Archäologen der Meinung, daß die gefundenen Zivilisationen nicht vedisch sein können, da es einen solchen Fluß heute nicht gibt. Die Kultur mußte deswegen von anderswo hergekommen sein, wo es einen solchen Fluß gab. Nun haben aber indische Archäologen vor einigen Jahren damit begonnen, amerikanische Satellitenbilder auszuwerten und haben festgestellt, daß tatsächlich ein trockenes Flußbett vom Himalaja fast genau in den Golf von Cambay führt, wo jetzt die Stadt entdeckt wurde. Am Ufer dieses Flußbettes seien Überreste von 2600 städtischen Strukturen feststellbar. In der gleichen Rigveda findet sich ein Hinweis auf einen See in Kaschmir, den es dort vor 5000 Jahren gegeben haben muß, der jedoch später austrocknete.

Diese eindeutigen Hinweise auf den Fluß Sarasvati vom Himalaja ins Arabische Meer bieten eine völlig neue Einsicht in die frühe indische Geschichte und Kultur sowie die Rolle, die der Fluß dabei gespielt hat. Die Suche nach diesem Fluß begann in Indien vor 16 Jahren, und man stellte fest, daß der Fluß in der Rigveda Sarasvati und in der Mahabharata, einer weiteren wunderschönen alten indischen Erzählung, S'atadru genannt wird. Die Satellitenbilder zeigen, daß der Fluß an einem Ort namens Shatrana im Punjab 20 km breit war und dort ein Nebenfluß namens Yamuna einmündete. Aufgrund tektonischer Verschiebungen sollen alle diese Strukturen verschwunden sein, das Flußwasser versickerte, und heute ist an dieser Stelle eine große Wüste. Die Rigveda berichtete bereits, daß es am Ufer dieser Flüsse eine großartige Zivilisation gegeben hat, darunter die sogenannten harappanischen Stätten in Indien und Pakistan. Offenbar hat also die Entwicklung der Menschheit einen ganz anderen Verlauf genommen, als es heute in den Geschichts- und Archäologiebüchern gelehrt wird.
aus: Das Universum mag keine dummen Leute! Von Helga Zepp-LaRouche September 2002
Versunkene Stadt
Weitere Diskussionen um die Geschichte Indiens, unter anderem Beiträge über: Den Mythos der Arischen Invasion, Wissenschaftliche bestätigung von Vedischem Wissen, die Harappa Kultur im Industal und den Einfluss der Briten auf indisches Geschichtsdenken finden sich auf
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