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Freitag, 17. August 2007

Für ein spirituelles Europa

Aino Haverinen (Foto: EU Panorama)

Für Aino Haverinen ist Europa so etwas wie eine Reise. Sie ist Finnin und Europäerin, aber ihr Ziel ist noch in weiter Ferne.

(dpa) - Dass sich die junge schlanke Frau viel mit Yoga beschäftigt hat, ist nicht ohne Spuren geblieben. Ihre Vision von Europa hat deshalb neben allem Konkreten auch eine starke spirituelle Dimension. "Der erste Schritt ist der Frieden in jedem einzelnen Menschen. Dann geht man weiter und erforscht die Möglichkeiten des eigenen Landes. Dann ist Europa dran, und dann die ganze Welt."Das wäre schon sensationell, wenn alle europäischen Spitzenpolitiker sich versammelten und ein Bekenntnis für Frieden und Einheit ablegen würden. Aino weiß auch, dass dies im Moment nur ein frommer Wunsch ist. Und sie ist auch Pragmatikerin: Ihre Generation ist es gewohnt zu reisen. Und deshalb ist Europa für sie vor allem ein sicherer und leicht erreichbarer Ort. "Natürlich ist es toll, dass ich kein Geld wechseln muss, wenn ich nach Italien fahre, und der Studentenaustausch und das Arbeiten im Ausland sind viel einfacher geworden."Dass es in Europa noch einzelne Nationalstaaten gibt, ist schon nicht mehr so wichtig. Die Grenzen spielen kaum mehr eine Rolle. So ist das Reisen in Europa wie ein Reisen auf heimischem Gelände. Aino hat damit Erfahrung. Fünf Monate hat sie in Italien gelebt, dort als Yoga-Lehrerin gearbeitet, drei Monate in Griechenland, einen Monat in Großbritannien. Ainos Energie und ihr nie enden wollendes Lachen haben etwas mit ihrem wichtigsten Lebensinhalt zu tun: Sahaja Yoga. Diese Methode, mit der klassisches Yoga neu belebt wird, wurde 1970 von der Inderin Sri Nirmala Devi begründet. Wichtig ist dabei eine spontane und kreative Komponente bei der Meditation.Vielleicht auch deshalb sind Aino Grenzen nicht besonders sympathisch. Was sie gar nicht mag: "Ein abgeschlossenes Europa, wo jeder nur an seinen Vorteil denkt und daran, wie er reich werden kann."

Ainos Europa ist ein Kontinent der Zusammenarbeit und des kulturellen Austauschs. Und sie legt bei aller Offenheit auch Wert auf die kulturellen Eigenheiten ihres Heimatlandes. "Finnin zu sein ist schon ein Abenteuer an sich. Finnland ist ein ziemlich exotischer Ort, auch wenn wir selbst das nicht immer sehen." Und spannend findet sie nach wie vor die geopolitische Position ihrer Heimat zwischen Ost und West. Natürlich ist Aino mehrsprachig und kann sich nicht nur in ihrer Heimatsprache gut ausdrücken. Sie studiert derzeit Kommunikationswissenschaften an der Universität Jyväskylä.

Aber eigentlich sind ihr Worte gar nicht so wichtig. Es geht ihr mehr um Einstellungen. Sie hat dieses Gefühl, dass wir alle zu einer großen Familie gehören. Man kann dies Multinationalismus nennen, Spiritualismus, philosophisches Denken. Für Aino ist es eine ganz normale Lebenseinstellung: dauerndes Lernen, dauerhaftes Wachsen. Und was ist ihr Lieblingsland in Europa? Italien? "Nein, es ist Griechenland. Ich mag einfach alles dort. Die antike Geschichte, die Sprache, die Landschaft, die Kultur." Aber Aino ist schon wieder weiter mit ihren Gedanken: "Europa ist für mich nur ein Dorf in der globalen Gemeinschaft. Wir sollten alle versuchen, zusammen zu arbeiten und die Dinge zu finden, die wirklich gut und wichtig sind. Das ist eine lange Reise, aber es ist die Anstrengung Wert."

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